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SOFA

Kämpfende Frauen : Symbol der Hoffnung

Die Vereinigung SOFA führt den Kampf gegen Gewalt, dem Patriarchat und der Armut, die mit voller Wucht die haitianischen Frauen treffen. Eine „Bauernhof-Schule“ bildet die Landwirtinnen in agroökologische Praktiken aus und leitet sie zu einer finanziellen Selbstständigkeit und einer sozialen Emanzipation.

Im Jahre 1986 gegründet, am Ende der Herrschaft des Ex-Diktators Jean-Claude Duvalier, ist SOFA eine der ältesten und der einflussreichsten feministischen haitianischen Bewegungen. SOFA ist eine Organisation, die sich für Solidarität zwischen haitianischen Frauen stark macht, welche sowohl gegen die Feminisierung der Armut und der Gewalttaten gegenüber Frauen als auch für die Teilnahme der Frauen in Entscheidungsgremien kämpft.

„Hier leben 8 von 10 Frauen in Armut. Diese sind vor allem ehelichen Gewalttaten, Vergewaltigungen und Übergriffen auf der Straße ausgesetzt, erklärt Sabine Lias Lamour, die neue Koordinatorin von SOFA. Deshalb engagiert sich unsere Vereinigung die Lebensbedingungen der haitianischen Frauen zu verändern.“

Seit 2002 hat SOFA 22 Aufnahmezentren in 7 Gemeinden des Landes eröffnet, welche von ehrenamtlichen Animatorinnen begleitet werden. Jedes Jahr suchen mehr als tausend in Schwierigkeiten geratene Frauen und Mädchen eine psychologische, soziale oder juristische Unterstützung in einem der Zentren auf. Jedes Jahr veröffentlicht SOFA ein Bericht über die Bilanz ihrer Arbeit, welcher ebenfalls als Fürsprache eingesetzt wird, um die Staatsinstanzen und die Entscheider auf die Dringlichkeit die Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen auszumerzen, aufmerksam zu machen.

Aber für die haitianische Organisation ist der härteste Kampf, der Kampf gegen die Armut, welche besonders Frauen betrifft.

Die „Bauernhof-Schule“ Delicia Jean

Von den 10 000 Mitgliedern von SOFA sind 80% Kleinbäuerinnen. Diese darin zu unterstützen, über ihre landwirtschaftlichen produktiven, verändernden und kommerziellen Tätigkeiten einen Lohn zu erhalten, ist eine Priorität für die Vereinigung SOFA.

In Saint-Michel de l‘Attalaye empfängt eine „Bauernhof-Schule“ 240 Frauen in Ausbildung. Sie trägt den Namen einer feministischen Verfechterin, Délicia Jean, welche bereits auf die Ausbildung der Kleinbäuerinnen beharrte.

Auf Vorführungsparzellen, lernen die Bäuerinnen „Wunderbäume“, die Moringa, deren Blätter sehr wichtige Ernährungseigenschaften besitzen und selbst bei Dürre wachsen, umzupflanzen. In dem diese Bäume wachsen, verdichten sie mittelfristig die Vegetationsdecke und verringern damit die Erosion der Böden. Die Blätter sind reich an Vitamin A und C und an Proteinen und werden Kinder und stillende Mütter vor Krankheit und Unterernährung schützen.

„Wir wollen die Kleinbäuerinnen ebenfalls zu Umweltfragen sensibilisieren. Es ist dringend, denn wenn die Landwirtinnen von Hungersnot bedroht sind aufgrund der verwüsteten Felder, werden diese Frauen in die Stadt flüchten, wo sie noch mehr der Armut und der Gewalt ausgesetzt sein werden“, erinnert Sabine Lias Lamour.

Die Kleinbäuerinnen wiederholen die erlernten Handlungen auf ihren Feldern und mit den erhaltenen Werkzeugen widmen sie sich dem Pflanzen von Auberginen und Mangos, dem Herstellen von Marmeladen und Likören. Diese Projekte werden die landwirtschaftliche Produktion steigern und optimieren, gegen die Verschlechterung der Böden kämpfen und diese Frauen zu einer finanziellen Autonomie und einer Emanzipation führen.

„Mit diesem Diplom werde ich andere Personen ausbilden und Geld durch den Verkauf meiner Produkte erhalten. Mit diesem Geld kann ich meine Kinder zur Schule schicken und meiner Familie helfen“, bekundet stolz eine der frisch diplomierten Teilnehmerinnen.

Sabine Lias Lamour wiederholt nochmals, dass die Veränderung Handlung aber auch Überlegung ist! Sie befürwortet, dass die Haitianerinnen als echte Gestalterinnen ihrer Entwicklung und ihrer Zukunft gesehen werden sollen und nicht nur als Hilfeempfänger. Diese mutigen Frauen machen aus dieser „Bauernhof-Schule“ ein echtes agroökologisches Modell, wo man Kompost, biologisches Saatgut und Setzpflanzen kaufen kann. Ebenfalls eine Referenz für den Wandel der Mentalität innerhalb der Haushalte und der haitianischen Gesellschaft. Sie wollen Hoffnungssymbole im Kampf sein. Nicht mehr, nicht weniger.





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