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12. Dezember 2021  Aktuelles

Armut und Transition

Regionalwährung

„Geschlossen wegen Auflösung“, „Zu vermieten“, „Zu verkaufen“... viele solcher Schilder können wir in (ost)belgischen Städten und Dörfern entdecken.

Soziale Ungleichheiten und ökologische Katastrophen nehmen zu und bedrohen die Existenz von Millionen von Arten und Menschen. Am Härtesten trifft es die, die im heutigen System sowieso schon benachteiligt sind.

Vor dem Hintergrund dieser schlimmen Entwicklung entstehen gerade und sind bereits viele Projekte und Konzepte entstanden, die sich gegen die Armut und für den Schutz der Umwelt einsetzen.

Im Rahmen der diesjährigen Adventsaktion werden ein paar dieser Projekte und Konzepte beleuchtet, die ihren Beitrag zu einer besseren Welt, einem besseren Zusammenleben (im Einklang mit der Natur) leisten und einen Blick auf mögliche Handlungsmöglichkeiten auf individueller oder kollektiver Ebene geworfen.

„Geschlossen wegen Auflösung“, „Zu vermieten“, „Zu verkaufen“,... viele solcher Schilder können wir in (ost)belgischen Städten und Dörfern entdecken. Nach der Corona-Krise und den Fluten im Juli dieses Jahres war es vielen kleinen Gewerbetreibenden unmöglich, ihre Aktivität weiter durchzuführen – sie mussten ihre Geschäfte aufgeben. Viele Beschäftigte wurden arbeitslos und verloren ihre Sicherheit/sichere Einkommensquelle.

Die vergangenen und teilweise noch aktuellen Umstände haben uns Konsumenten ebenfalls auf eine Probe gestellt: Für eine Zeit lang waren nur die Supermärkte zugänglich. Verlockend war und ist immer noch die Option, seine Einkäufe online zu erledigen, meistens bei großen Unternehmen, die Ware zu günstigen Preisen anbieten.

An dieser Stelle blieben viele Kleingewerbe auf der Strecke.

Ein bereits lang bestehendes Konzept ist das der Regionalwährung. Regionalwährung ist zusätzliches Zahlungsmittel zur gesetzlichen Währung, das nur in der Region, für die es entwickelt wird, von einem Zusammenschluss von Unternehmen und Verbrauchern verwendet werden kann. Dabei ist das Regionalgeld, wie bei Gutscheinen, nur auf bestimmte Zeit gültig und muss demnach in Umlauf gebracht werden.

Es gibt keine Zinsen auf regionales Geld und es findet keinen überregionalen Einsatz, stärkt allerdings die lokale Wirtschaft und macht sie widerstandsfähiger gegen äußere, überregionale Umstände. Durch die begrenzte Gültigkeit verfügt die Bevölkerung über eine höhere Kaufkraft, die den Gewinn der Unternehmen erhöht und somit neue Arbeitsplätze schafft. Überregionaler Transport und der damit verbundene Schadstoffausstoß und Verkehrsfluss werden durch die Förderung und Unterstützung der regionalen Wirtschaft reduziert.
Überregionale Währung wird weiterhin zur Abwicklung überregionalen Handels verwendet, doch die Regionalwährung kann den Handlungsbereich regionaler Akteure auf den regionalen Markt vergrößern.
(Stand Verhandlungen heute, 22.11.2021)

Was kann ich konkret tun?

Zwar besteht noch keine Regionalwährung in Ostbelgien, dennoch kann man schon seinen Beitrag zur Stärkung der lokalen Wirtschaft leisten, indem man lokal einkauft, kleine Unternehmen unterstützt usw. Vor dem Kauf sollte man sich die Frage stellen, ob man das Produkt wirklich braucht und falls ja, wo die Produkte herkommen und ob man sie auch regional/lokal kaufen kann. Denn so bleibt das Geld vor Ort im Umlauf und geht nicht an große Unternehmen oder Konzerne, die zur Ausbeutung von Mensch und Natur beitragen.





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