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Keine Sicherheit ohne Solidarität!

Indem die Covid-19-Pandemie prekäre Haushalte in die Armut stürzt und die Lebensbedingungen weiter verschlechtert, wird sie die zahlreichen Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt in unseren Gesellschaften noch verschärft haben.

Angesichts der schwerwiegenden wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Gesundheitskrise und der vielen anderen Herausforderungen, die vor uns liegen, brauchen wir mehr denn je gegenseitige Hilfe und Solidarität!

Die Gesundheitskrise hat die Ungerechtigkeiten verschlimmert, unter denen Menschen leiden, die bereits verletzlich und in Schwierigkeiten sind. Nach den im Juni 2020 veröffentlichten Zahlen der Belgischen Nationalbank werden 92% der Haushalte mit einem Einkommen unter 1.000 Euro [1] von der durch die Pandemie verursachten vorübergehenden Arbeitslosigkeit betroffen gewesen sein, gegenüber nur 18% der Haushalte mit einem Einkommen über 4.000 Euro [2]. Sie wird auch Menschen, die zwar gefährdet waren, aber bisher über der Armutsgrenze lagen, in Unsicherheit gestürzt haben. Im Juli 2020 nahmen schätzungsweise 200 000 Personen (Studenten, Teilzeitarbeitslose, Selbstständige, usw.) zusätzlich Lebensmittelbanken in Anspruch. Bereits vor der Krise beanspruchten 450 000 Menschen dieses Angebot. Im vergangenen Juli wurde geschätzt, dass fast 200.000 neue Menschen (Studenten, Arbeiter in der informellen Wirtschaft, Teilarbeitslose, Selbständige usw.) zu den Nahrungsmittelhilfeempfängern hinzugekommen wären. Vor der Krise nutzten sie bereits 450.000 Menschen, obwohl wir in unserem Land ein Sozialschutzsystem haben.

Diese Krise hat uns daran erinnert, dass die soziale Sicherheit und durch sie die Solidarität eine wesentliche Schutzfunktion hat und dass die soziale Sicherheit, wenn wir sie stärken würden [3], dazu beitragen könnte, die Ungerechtigkeiten, die unsere Gesellschaften zerbrechen, zu verringern. Die soziale Sicherheit gestaltet unsere Gemeinschaften solidarischer und gewährleistet die Sicherheit aller angesichts der Krisen und der vielen Gefahren unseres Lebens. Mobilisieren wir uns mehr denn je, um die soziale Sicherheit zu schützen!

Es ist klar, dass diese Pandemie auf eine Reihe von Schwachstellen hinweist, die sich in den letzten Jahrzehnten vergrößert haben und die jetzt die Sicherheit von uns allen bedrohen. Ob wirtschaftlich, sozial, menschenrechtlich oder ökologisch, überall stellt sich die Frage nach der Zukunft.

Von allen Seiten richten sich die Augen auf unsere kapitalistischen, ungleichen und globalisierten Gesellschaften, die unsere sozialen Rechte beeinträchtigen, unsere Beziehungen entmenschlichen und die massive Zerstörung des Lebens auf der Erde organisieren. Ja, wir leben in einer globalen und systemischen Krise. Und angesichts dieser Tatsachen breiten sich Ängste und Befürchtungen aus, die sich in der Versuchung manifestieren, andere auszugrenzen, sich zu isolieren, Mauern zu bauen, Grenzen zu verstärken, auf Macht, manchmal auf Gewalt, zurückzugreifen oder, oft ungewollt, in Verzweiflung zu verfallen.

Wie können wir dann unsere Welt wieder verzaubern? Drei Lösungsansätze: Gleichheit, Solidarität und Nachhaltigkeit! In den letzten Monaten haben wir gesehen, wie sehr unsere Sicherheit von anderen abhängt. Aber diese Beziehungen gehen weit darüber hinaus: Wir sind grundlegend miteinander und gemeinsam mit der Welt verbunden. Der Aufbau einer sozial und ökologisch gerechten Gesellschaft wird nicht möglich sein, ohne einander zu helfen, ohne zu teilen, ohne andere.

Durch ihren Einsatz für die am stärksten Benachteiligten setzen sich die von Miteinander Teilen unterstützten Organisationen für die Sicherheit und Zukunft aller ein. Weil "ihre" Sicherheit auch "unsere" ist: weil es keine Sicherheit ohne Solidarität gibt!



[1Für Belgien liegt die Armutsgrenze bei einem Einkommen von 13.377 € netto pro Jahr, das heißt 1.115 € netto pro Monat für eine Einzelperson oder 28.092 € netto pro Jahr oder 2.341 € netto pro Monat für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern. Quelle: https://socialsecurity.belgium.be/

[3Im Zeitraum 2012-2018 haben die beiden aufeinander folgenden föderalen Regierungen Kürzungen in Höhe von mehr als 20 Milliarden bei der sozialen Sicherheit und den öffentlichen Dienstleistungen vorgenommen, davon mehr als 9 Milliarden allein im Gesundheitswesen. https://plus.lesoir.be/299403/article/2020-05-07/covid-19-et-dette-publique-va-t-nous-rejouer-le-mauvais-scenariode-2008



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